Hier mal ein paar Antworten und Tipps zum Thema Naturseife - auf Fragen, die immer wieder gestellt werden, von Kunden, die sich interessieren und neugierig sind.
Seife muß nach Benutzung immer gut trocknen können, sie wird sonst weich und löst sich auf. Deshalb sind Seifenablagen mit Ablaufmöglichkeit ein Muß. Aber das dürfte mittlerweile wirklich jeder wissen.
Auch wer seine Naturseife vorerst nicht benutzen möchte und sie im Schrank oder wo auch immer zwischenlagert, darf sie nicht in Plastiktüten packen oder eintuppern. Naturseife möchte atmen, denn sie verliert ihr Leben lang Wasser und wird mit der Zeit immer härter und ergiebiger. Seife, die in Zellophan verpackt gekauft wird, darf auch darin weiter bleiben, denn Zellophan ist luftdurchlässig und deshalb als Verpackung geeignet.
Außer Edelstahl mag die Naturseife Metalle (Alu, Blech etc.) gar nicht und reagiert trotzig irgendwann mit Ranz und üblen Gerüchen darauf. Vorsicht: Auch Schleifenbänder mit Drahtverstärkung sind tückisch, wenn sie direkt mit der Seife in Berührung kommen.
Seife hat keine therapeutische Wirkung. Es ist Seife. Nicht mehr und nicht weniger. Sie kann keine Krankheiten behandeln oder Couperose oder ähnliche Leiden (Z.B. im Gesicht) beeinflussen. Sie verursacht auch keine Äderchen im Hautbild oder läßt diese verschwinden. Es ist ein Produkt, was wieder abgewaschen wird und keine Wirkung - wie z.B. eine Gesichtscreme - haben kann. Wirkstofföle in Seifen verändern ihre Eigenschaften durch den chemischem Prozeß der Verseifung. Auch hätte die kleine Menge Wirkstofföl in der Menge Seife keinen Einfluß auf dermatologische Krankheiten. Die eine Seife pflegt mehr, die andere vielleicht (durch eine anderen Zusammensetzung der Fette) weniger, aber die Wirkung einer Seife auf die Haut ist immer eine subjektive Empfindung. Sollte man das Gefühl haben, die Seife nimmt Einfluss auf das Hautbild und man kommt damit viel besser klar als mit anderen Pflegemitteln, dann ist das natürlich eine schöne Empfindung! Was ich damit sagen möchte: natürlich pflegt eine gute Naturseife die Haut, aber Krankheiten beeinflussen oder auf tiefere Hautschichten Einfluss nehmen kann sie nicht.
Seife ist alkalisch, d.h. sie ist definitiv nicht pH-neutral. pH-neutrale Waschstücke (ich bezeichne sie ganz bewußt NICHT als Seife) sind eine geniale Erfindung der Industrie gewesen, die dieser Milliardengewinne beschert hat und immer noch beschert. Wer auf pH-neutrale Waschlotionen schwört, bekommt von mir immer die Frage gestellt, ob er danach nicht ständig cremen muß. Natürlich muß er. Mehr sage ich dazu dann nicht ;-)
Naturseife hat in der Babypflege nichts zu suchen. Dabei ist es völlig egal, wie toll und "mild" die Rohstoffe in der Seife sind - die Haut von Babys ist nicht in der Lage, den pH-Wert der Haut in einem angemessenen Zeitraum nach der Behandlung mit Seife wieder herzustellen. Warmes Wasser reicht für die Reinigung der kleinen Würmer völlig aus.
Seife hält nicht ewig. Irgendwann (und das kann man nicht genau vorhersagen, wann das der Fall sein wird, das hängt von vielen Faktoren ab) wird das Fett, was als Überschuß in der Seife vorhanden ist, ranzig. Das erkennt man an übelriechenden gelben Flecken auf der Seife. Ich empfehle, die Flecken abzuschneiden, den Rest der Seife schnell zu verbrauchen oder die Seife zum Putzen zu verwenden (siehe nächster Punkt).
Seifenreste oder ranzig gewordene Seifen können hervorragend zum Putzen verbraucht werden: Seife raspeln oder klein schneiden, in den Putzeimer geben, mit kochendem Wasser überbrühen, damit sie sich schnell auflöst. Dann den Eimer mit warmem Wasser auffüllen - man kann damit besonders gut Holzböden pflegen. Mit der Lauge lassen sich aber auch Tee- und Kaffeeflecken in der Edelstahlspüle beseitigen - ach, mit Naturseife kann man eigentlich alles putzen. Probiert es einfach mal aus!
Die Fragestunde wird demnächst fortgesetzt.